From the monthly archives: Mai 2012

Habe heute durch Zufall einen Artikel aus dem Stern vom 3.5.2012 wiedergefunden. Inhaltlich hat er zwar nicht wirklich was mit den aktuellen Themen aus dem Unterricht zu tun, ist aber meiner Meinung nach in Anlehnung an unsere Weimar-Fahrt und die NS-Vergangenheit Deutschlands intressant. Thematisch handelt dieser Artikel über ein Thema was wir in unserem Projekt “Vom Mußenhof zur Barberei” völlig außer Acht gelassen haben. Vielleicht ist es zu ausschweifend – und sicherlich auch schon zu spät dafür- diese Thematik in unser Projekt aufzunehmen, aber für diejenigen unter euch, die zeitgeschichtlich intressiert sind trotzdem intressant: Das Leben mit einer NS-Familiengeschichte.

Sieht man das Titelbild des Artikels glaubt man kaum, dass es sich bei dieser dunkelhäutigen, schlanken Frau um die Enkelin des spätestens durch Steven Spielbergs Film “Schindlers Liste” berühmtberüchtigten Amon Göth handelt. Auch die Umgebung in der diese westlich-modern gekleidete Frau posiert passt so gar nicht zu ihrer Familiengeschichte: Die Wüste Negev, die etwa 60% des Staates Israel bedeckt und eine ihrer Lieblingslandschaften geworden ist, nachdem sie 4 Jahre lang  in Israel studiert hat und dort zahlreiche Freundschaften zu ihren jüdischen Kommilitonen knüpfte.

Jennifer Teege(41), Tochter einer Deutschen und eines Nigerianers, erfuhr erst spät von ihrer Familiengeschichte. Erst als sie im August des Jahres 2008 in der Hamburger Staatsbibliothek auf den Namen ihrer Pflegemutter- Monika Göth, Tochter des Lagerkommandanten Amon Göths (KZ Plaszow)- auf einem Buchtitel stößt, erfährt sie, dass sie selbst die Enkelin eines sadistischen Massenmörders ist. Erst viele Monate später tritt Jennifer Teege mit ihrer Geschichte an den stern heran, um ihn auf die Stationen ihrer Reise in die Vergangenheit mitzunehmen: “Damit die Heimlichtuerei in dieser Familie ein für alle Mal ein Ende hat.”

Leider gibt es den entsprechenden Artikel noch nicht als Online-Version auf der stern-Internetseite und da ich keine Urheberrechte verletzten möchte, kann ich den kompletten Artikel auch nicht online stellen. Wer ihn jedoch trotzdem lesen möchte, soll sich einfach bei mir melden, dann kann ich ihn zur nächsten Powi-Stunde mitbringen.

 

Hier kommt jetzt ein filmisches Muss!!!
Irgendein netter Maensch hat den kompletten Defa-Spielfilm „Nackt unter Wölfen“, der im KL Buchenwald spielt und aus DDR-Produktion stammt (1963), nach Youtube hochgeladen, weshalb Ihr ihn Euch zum Nulltarif anschauen und auch neue Ideen gewinnen könnt.

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aus Wikipedia:
Nackt unter Wölfen ist ein Roman der DDR-Literatur von Bruno Apitz, der 1958 beimMitteldeutschen Verlag erschienen ist. Er wurde 1963 von Frank Beyer unter dem gleichen Titel für die DEFA verfilmt.

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Der Roman spielt im Zeitraum Februar bis April 1945 im Konzentrationslager Buchenwald. Ein polnischer Häftling schmuggelt ein etwa dreijähriges Kind ins Lager. Das illegale Internationale Lagerkomittee (ILK), eine aus Kommunisten verschiedener Nationalitäten bestehende Widerstandsgruppe, beschließt, das Kind mit einem Transport in ein anderes Lager gehen zu lassen. Die Häftlinge Höfel und Kropinski, die in der Effektenkammer arbeiten, führen diesen Beschluss jedoch nicht aus und verstecken das Kind. Seine Entdeckung durch die SS hätte unweigerlich die Ermordung des Kindes und auch derer, die sein Leben bewahren wollen, zur Folge. Erst wird es in der Kleiderkammer, dann in einer Krankenbaracke versteckt. Später wird es in einem Schweinekoben untergebracht. Durch das Kind gerät die gesamte Widerstandsbewegung in Gefahr. Dennoch nehmen mehrere Häftlinge große persönliche Risiken auf sich, um das Kind zu retten. Höfel und Kropinski werden wochenlang schwer gefoltert, ohne das Kind und ihre Kameraden zu verraten. Auch der Häftling Pippig schweigt. Er stirbt an schwerer Folter durch die Gestapo. Der Häftling Rose wird aus Angst zum Verräter, der Häftling Wurach lässt sich von der SS zu Spitzeldiensten missbrauchen. Daneben werden die Charaktere der SS-Wächter dargestellt: der Lagerführer Schwahl will alle Häftlinge auf einen Todesmarsch nach Dachau schicken und die Spuren der Verbrechen im Lager verwischen, Klutig will alle Häftlinge töten lassen, Reinebooth will untertauchen und sich den neuen politischen Gegebenheiten anpassen, Mandrach, genannt Mandrill, ein brutaler Folterer, will vor dem Ende noch seine im Block eingesperrten Gefangenen töten, und Zweiling schwankt zwischen der Furcht vor der Rache der Häftlinge und vor seinen eigenen Kameraden. Als der Informant Wurach eine Todesliste mit 46 Namen zusammenstellt, die angeblich die geheime Widerstandsorganisation leiten, beschließt das ILK, die Gesuchten zu verstecken. Der Lagerälteste Krämer ist einer der Köpfe des ILK. Durch seine Persönlichkeit wird er von vielen Häftlingen respektiert. Im Unklaren über die Nähe der Front muss das ILK immer wieder abwägen zwischen einander widersprechenden Pflichten, dem Schutz des Einzelnen und der Verantwortung für die Gesamtheit der 50.000 Häftlinge. Die ersten Todesmärsche können nicht verhindert werden. Als die Front nahe ist, befreien die Häftlinge das Lager selbst mit Waffen, die sie gebaut oder ins Lager geschmuggelt haben. Sie holen Höfel und Kropinski aus dem Bunker. Auch das Kind wird aus seinem Versteck geholt. Die Romanfiguren, die im Buch von Apitz erscheinen, tragen teilweise die Namen von ehemaligen Mitgefangenen von Bruno Apitz, die der Autor auf diese Weise ehren möchte. Mit der Wahl der Namen verdeutlicht Apitz auch den Charakter der jeweiligen Person (beispielsweise Hauptscharführer Zweiling). Bei dem im Roman beschriebenen Jungen handelt es sich um Stefan Jerzy Zweig, der mit 3 Jahren nach Buchenwald gebracht wurde. Eine weitere wichtige Person ist Walter Krämer.