From the monthly archives: März 2011

Ich finde es sinnvoll, wenn nicht komplette Artikel aus Spiegel-Online oder anderen Medien in das Blog gepostet werden. Dann geht sehr schnell die Übersichtlichkeit verloren.

Wenn man etwas Interessantes gefunden hat, dann bietet sich folgende Methode an. Außerdem ist sie effektiver und schult die methodischen Fähigkeiten:

  1. Man blättert in dem Medium “XYZ” und findet einen Artikel ganz spannend und wichtig für den ganzen Kurs. Das ist an sich schon super, denn es zeigt, dass man/frau mit dem Problem etwas anfangen kann.
  2. Man fertigt einen kurzen Überblick zum Artikel/Problem an (vielleicht 5 Sätze) und freut sich, dass man ein Problem “auf den Punkt” gebracht hat.
  3. Zum Schluss macht man einen Hinweis auf den Link. Etwa so wie unten. Der Link führt zu einer Online-Zeitschrift, die wirklich gut ist.

>>>> den vollständigen Artikel gib es vielleicht […hier]

 

“Ihre Atomwende war ein Kurswechsel zu viel: Deutschlands Bosse kündigen der Kanzlerin die Gefolgschaft auf, AKW-Betreiber prüfen juristische Mittel, der Airbus-Chef gab gar sein CSU-Parteibuch zurück. Enttäuscht und verprellt von Schwarz-Gelb wünscht sich mancher schon Rot-Grün zurück.

Berlin/Hamburg – Jetzt ist auch noch die FDP von der Fahne gegangen. Wenn es nach den Liberalen geht, sollen die eigentlich nur vorübergehend abgeschalteten Atommeiler stillgelegt werden. Alle. Endgültig. FDP-Generalsekretär Christian Lindner will “auf Tempo setzen” und eine rasche Vereinbarung mit der Atomindustrie treffen. Gemeinsam mit Kanzlerin Angela Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer bilden die Liberalen nun die Spitze der Anti-AKW-Bewegung.

Schwarz-Gelb ganz anders. Wer hätte das gedacht?

 

Bestimmt nicht die deutschen Energiekonzerne. Die hatten sich im Herbst 2009 vom schwarz-gelben Wahlsieg so einiges versprochen. Vor allem: Milliardenprofite. Doch plötzlich kommt es knüppeldicke für die Strombosse.

Man ist empört. Zum Beispiel Hans-Peter Keitel, der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). Dem “stern” sagt er mit Blick auf Merkels Atom-Moratorium: “Ich halte es für sportlich, wenn man nach 48 Stunden eine fertige Meinung hat.” Es täte jeder gut daran, “nicht schon Ergebnisse zu verkünden, sondern die Zeit zu nutzen, um ein belastbares Energiekonzept zu erarbeiten”. Der Lobby-Boss warnt sogar vor einer Gefährdung des Wohlstands durch die Atomwende. Zuvor hatte sich schon RWE-Chef Jürgen Großmann – Herr über drei Atomkraftwerke in Deutschland – per Brief an deutsche Top-Manager gewandt und vor einem nationalen Alleingang in der Atompolitik gewarnt.

Die Verärgerung ist massiv. Nach SPIEGEL-Informationen gibt es bei RWE und E.on schon Gedankenspiele, gegen die Zwangsabschaltung der alten Meiler zu klagen und gegen Merkels Moratorium vorzugehen.

Es geht längst um mehr

Egal ob Keitel, Großmann, E.on-Chef Johannes Teyssen (zehn AKW) oder Arbeitgeberchef Dieter Hundt – sie alle warnen jetzt vor einer schnellen Energiewende.

Doch es geht längst um mehr. Der Atomstreit ist nur die Spitze des Eisbergs. Es geht um einen Grundsatzkonflikt. Um einen Bruch.

Denn die deutsche Wirtschaft und Schwarz-Gelb haben sich nicht mehr viel zu sagen. In der Bundesregierung scheint die Wirtschaft kaum noch Verbündete zu haben. Der atomkritische Umweltminister Norbert Röttgen (CDU), einst Beinahe-Hauptgeschäftsführer des BDI, zählt schon lange nicht mehr dazu. Eigentlich ist es nur noch Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP).

Wirtschaft versus Schwarz-Gelb. Es ist ein Konflikt, wie ihn die SPD zur Hochzeit ihrer Agenda-Politik mit den Gewerkschaften durchfechten musste. Auch damals zerbrach eine Verbindung mit Tradition. Und nun: Egal ob uneingelöste Steuersenkungsversprechen oder die milliardenschwere Euro-Rettung und zuletzt die plötzliche Atomwende – Wirtschaft und Merkel-Regierung liegen über Kreuz.

Symbolisch dafür steht Patrick Adenauer. Er ist der Präsident des Familienunternehmer-Verbands ASU, der Enkel des ersten deutschen Kanzlers Konrad Adenauer. Der Mann ist Mittelständler, kein Industriekapitän. Klassische CDU-Klientel. Adenauer spricht von einem Verlust der politischen Heimat vieler Unternehmer. Die CDU habe “ihren Nimbus verloren, Wirtschaftspolitik besser zu können als andere”. Die Enttäuschung sei “immens”.

Und so geht es immer weiter. Die Wirtschaftspolitik der Kanzlerin sei eine “herbe Enttäuschung”, sagt Marie-Christine Ostermann, die Vorsitzende der Jungen Unternehmer: “Pläne zu Frauenquoten, Milliardenrisiken und Bareinlagen für Euro-Rettungsschirme sowie ein Zickzack-Kurs in der Energiepolitik sind der falsche Weg”, so Ostermann.

“Schröder mutiger als Merkel”

Für manchen Top-Manager ist das Maß voll. Airbus-Chef Thomas Enders, bisher Mitglied des CSU-Ortsverbands Tegernsee, gab sein Parteibuch in der vergangenen Woche zurück. Offenbar gaben Merkels Atom-Vollbremsung und die Enthaltung im Uno-Sicherheitsrat in der Causa Libyen den Ausschlag. Der seit Regierungsübernahme im Herbst 2009 angestaute Unmut brauchte ein Ventil.

Da erstrahlen vergangene rot-grüne Zeiten in ganz neuem Glanz. “Gerhard Schröder war am Ende seiner Kanzlerschaft mutiger als Angela Merkel”, sagt Jungunternehmerin Ostermann. “Er ist für die Agenda 2010, die unserem Land viel gebracht hat, große Risiken eingegangen.”

Merkel aber will eine Menge – nur keine Risiken mehr eingehen. Seit Monaten geht alles schief, was Schwarz-Gelb anpackt. Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg sind an die Rot-Grünen verloren; und nur einmal hat Merkel klare Kante zeigen können: Ausgerechnet bei der Laufzeitverlängerung für die AKW im letzten Herbst.

Passé. Die Kanzlerin will jetzt mehr Grün wagen. Weil das ankommt in der Bevölkerung. Und weil die CDU neue Machtoptionen braucht, wenn die Schwindsucht der Liberalen anhält. Die neue Linie stößt nicht nur der Wirtschaft übel auf. Auch die einst mächtigen Vertreter des Wirtschaftsflügels in den eigenen Reihen schießen aus allen Rohren.

 

  • “Die Menschen wissen nicht mehr, wofür diese Regierungskoalition steht”, sagt der Präsident der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung von CDU/CSU (MIT), Josef Schlarmann.
  • “Was aus Berlin in den vergangenen Monaten kam, hat erst zur Irritation der eigenen Leute geführt und dann die Wähler vergrault”, sagt CSU-Kollege Hans Michelbach.
  • Und Kurt Lauk, der Chef des CDU-Wirtschaftsrats stellt mit Blick auf die Euro-Rettung fest: “Von den einstigen Versprechen der Bundeskanzlerin ist kaum etwas übrig geblieben.”

 

Wirtschaftsflügel muss um seinen Einfluss fürchten

In der CDU-Spitze winken sie schon genervt ab, wenn sich die üblichen Verdächtigen zu Wort melden. Deren Äußerungen sind nicht schön für Merkel – aber auch noch nicht gefährlich.

 

Mehr Beachtung muss die CDU-Chefin da schon den Nörglern in der Fraktion schenken. Der Parlamentskreis Mittelstand umfasst schließlich mehr als 140 Abgeordnete von CDU und CSU. Viele stöhnen seit Jahren, wenn mal wieder ein ordnungspolitischer Grundsatz über Bord geht. Nach der desaströsen Hamburg-Wahl im Februar polterte der Chef der Gruppe, Fraktionsvize Michael Fuchs, die Union müsse endlich aufhören, “solchen Unsinn” wie Frauenquote und Mindestlöhne zu verbreiten. Gehör fand Fuchs damit bei der Kanzlerin nicht. Und mit dem über den SPIEGEL verbreiteten Aufstand gegen die Atomwende unmittelbar vor den Wahlen am vergangenen Sonntag hat sich der parlamentarische Wirtschaftsflügel womöglich endgültig “isoliert”, wie es selbst in der Fraktionsspitze heißt: “Ein solches Maß an Entsolidarisierung macht einen wirklich fassungslos.”

 

Die Gräben sind tief. Schon einmal wähnten sich die Wirtschaftspolitiker der Union in ähnlich desaströser Lage: Am Ende von Adenauers Kanzlerschaft, als der Alte ein “Sozialpaket” plante und mehr für die Arbeitnehmer tun wollte. Da sorgte sich die Wirtschaft um ihren Einfluss. So gründeten die Vorfahren von Kurt Lauk und Co. den CDU-Wirtschaftsrat.

Nun müssen sie sich etwas Neues einfallen lassen.

Mitarbeit: Björn Hengst”

 

Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,753871,00.html

 

 

“Die zerstörten Reaktorblöcke in Fukushima setzen seit Wochen Radioaktivität frei. Nach Modellrechnungen könnte bereits ein Zehntel der Strahlenmenge von Tschernobyl ausgetreten sein. Arbeiter sind verstrahlt, die Belastung für Einwohner steigt – wie gefährdet ist deren Gesundheit?

Tagelang hatten die Techniker geschuftet, um wieder Strom in die Kraftwerksruine von Fukushima zu leiten. Und dann steht ein so banales Symbol für ihre Verzweiflung, ihre Hilflosigkeit, ihre Niederlage: Gummistiefel. Am Donnerstag waren die drei Männer ins Kellergeschoss des Turbinengebäudes von Reaktor 3 vorgestoßen, um die Lage dort unten zu prüfen. Dann kehrten sie, gut gerüstet, zurück: mit Werkzeug und in voller Schutzmontur – Helm, Maske, Gummihandschuhen und über der Schutzkleidung noch einen Regenmantel.

 

Nur, dass sie plötzlich durch mehr als knöcheltiefes Wasser würden waten müssen, darauf waren sie nicht vorbereitet. Zwei der Arbeiter hatten nur halbhohe Stiefel, in die nun das Wasser lief. Eine dreiviertel Stunde lang werkelten die Männer mit nassen Füßen an den Kabeln herum. Trotz piepender Dosimeter.

Inzwischen sind die Arbeiter im Nationalen Institut für Strahlenforschung. Das Wasser war derart verschmutzt, dass radioaktive Beta-Strahlen ihre Haut verbrannten. In nicht mal einer Stunde bekamen die Arbeiter etwa 180 Millisievert ab – neunmal mehr als ein AKW-Angestellter im ganzen Jahr. “Mit solchen Verbrennungen”, meint Peter Jacob, Leiter des Instituts für Strahlenschutz am Helmholtz Zentrum München, “werden die Männer sehr lange Probleme haben.” Ein Kollege der drei Männer konstatierte lakonisch: “Wir passen ja schon auf. Aber wir müssen noch vorsichtiger sein bei der Arbeit.”

Wieder einmal hatte sich gezeigt, wie wenig selbst die Experten darüber wissen, welche Gefahren auf dem Gelände des Unglücksreaktors noch lauern. Niemand hatte damit gerechnet, dass im Untergeschoss eine so extrem strahlende Brühe schwappen könnte. Offenbar sei der Sicherheitsbehälter des dritten Reaktors beschädigt, schlossen die Vertreter der japanischen Nuklearaufsichtsbehörde – klafft ein Riss in der Barriere zwischen dem stark strahlenden Kern und der Umwelt?

 

Dabei hatte die Woche verhalten hoffnungsfroh begonnen. Im lädierten Reaktor 1 brannten wieder Glühbirnen; ein deutscher Betonmischer pumpte Wasser in das gefährlich leere Becken für abgebrannte Brennelemente in Block 4; und eine ganze Woche lang hatte es keine Explosion mehr in dem Kernkraftwerk gegeben. Zwei Wochen nach Beginn der Katastrophe in Fukushima geht das bereits als gute Nachricht durch.

 

Doch inzwischen mussten die Ingenieure einsehen, dass sie kaum Fortschritte bei der Kühlung machen; bis Freitagnacht funktionierte in keinem der havarierten Reaktoren eine Pumpe. Bis zu 45 Tonnen Meersalz haben sich wohl in den Reaktorbehältern abgelagert und erschweren die Kühlung. Salz kristalliert an warmen Stellen und wirkt wie eine ungewünschte Isolierschicht. Am Freitagnachmittag wollten die Ingenieure beginnen, Süßwasser einzuspeisen. Und dann sind da ja noch die 3450 abgebrannten Brennelemente, die glühend heiß und vermutlich großteils beschädigt in halbleeren Becken unter freiem Himmel liegen.

“Er ist längst da, der GAU”

“Wir erleben eine anhaltende massive Freisetzung von Radioaktivität”, mahnt der Chef des Bundesamts für Strahlenschutz Wolfram König. “Und allen muss klar sein: Das ist noch lange nicht das Ende.” Der Atomexperte Helmut Hirsch wundert sich: “Überall höre ich, dass da gerätselt wird, ob es noch zum GAU kommt. Dabei ist er längst da, der GAU.” Nur dass es diesmal ein GAU auf Raten ist.

Und dann drehte am Freitag auch noch der Wind. Radioaktive Partikel trieben nun vom Pazifik wieder westwärts über Japan hin. In Gemüse, im Wasser und im Boden rund um Fukushima wurden vereinzelt sehr hohe Werte gemessen.

Noch immer haben die japanischen Behörden lediglich einen Umkreis von 20 Kilometern rund um Fukushima geräumt. Doch auch für Menschen, die sich außerhalb dieses Gürtels aufhalten, steigen die Strahlungsrisiken. “Die Behörden sollten weiter evakuieren und dann zuerst die schwangeren Frauen und die Kleinkinder raus aus der 30-Kilometer-Zone holen”, fordert der Atomkritiker Mycle Schneider, Herausgeber des “Statusreports Atomenergie”. Embryonen, Föten und Babys sind besonders gefährdet, weil die Strahlung bevorzugt jene Zellen angreift, die sich schnell teilen.

 

Bislang kampieren 77.000 Menschen in Notunterkünften wie Turnhallen. In der 30-Kilometer-Zone leben weitere 62.000. Der Chef der US-Nuklearaufsichtsbehörde NRC würde die Sperrzone am liebsten sogar auf 80 Kilometer ausweiten – dann müssten zwei Millionen Menschen zusätzlich zu den Hunderttausenden Erdbeben- und Tsunami-Opfern umquartiert werden. Inzwischen fordert die japanische Behörde die Menschen auf, das Gebiet freiwillig zu verlassen.

 

Und auch sonst prasseln derzeit aus den USA, aus Russland, Finnland und Deutschland besorgte Ratschläge, Forderungen und Mutmaßungen auf die gebeutelten Japaner ein. Selbst das französische Amt für Nuklearsicherheit IRSN, nicht gerade als Warner in Sachen Atomrisiken bekannt, veröffentlichte vergangene Woche eine verstörende Modellrechnung. Demnach sei in Fukushima bereits bis zum Dienstag vergangener Woche ein Zehntel des Strahlenmaterials in der Umwelt gelandet, das 1986 in Tschernobyl freigesetzt wurde.

Die Internationale Atomenergiebehörde hält das indes für stark übertrieben. Nach ihren Berechnungen, die sich auf die Daten der Messgeräte vor Ort stützen, sei lediglich ein kleiner Bruchteil von dem ausgetreten, was die Franzosen vermuten.”

Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,753586,00.html

 

Patzen, abwiegeln, Kritik ignorieren – und das über Jahre hinweg: Der japanische Atomkonzern Tepco hat zahlreiche Skandale verschuldet. Viel geändert hat er an seinem Umgang mit Krisen nicht. Das Fukushima-Desaster ist jetzt der traurige Höhepunkt des Missmanagements.

>>>> Den vollständigen Artikel gibt es bei Spiegel-Online.

 

water makes money

Dienstag, 22. März 2011 um 20.15 Uhr bei arte!

 

Der Sicherheitsrat der UNO hat beschlossen, zum Schutz der Menschen in Libyen militärisch zu intervenieren.

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Der Sicherheitsrat ist völkerrechtlich gesehen die einzige Institution, die rechtmäßig militärische Sanktionen gegen einen Staat verhängen darf.

 

Hintergrund: UN-Resolution 1973 – was ist erlaubt?

New York (dpa) – Acht Seiten enthält die UN-Resolution 1973, die die Gewalt gegen Zivilisten in Libyen stoppen soll. Die Deutsche Presse-Agentur klärt Details zu dem am Donnerstagabend (Ortszeit) in New York verabschiedeten Papier.

Was erlaubt Resolution 1973?

Das Papier geht deutlich über das zunächst angestrebte Flugverbot hinaus. Jetzt können auch Luftschläge gegen die Truppen von Diktator Muammar l-Gaddafi geführt werden. Seine Luftwaffe könnte so schon am Boden zerstört werden. Auch Angriffe auf Gefechtsfahrzeuge und Stellungen sind möglich, ebenso auf die Söldner-Kolonnen, die ständig unterwegs sein sollen. Vom Meer aus könnten Kreuzer oder U-Boote Marschflugkörper abfeuern.

Was erlaubt Resolution 1973 nicht?

Definitiv ausgeschlossen ist der Einsatz «einer Besatzungstruppe in jeder Form und in jedem Teil der Republik Libyen». Bodentruppen wird es also nicht geben. Und: Jedes militärische Eingreifen muss dem Schutz von Zivilisten dienen.

Wer darf handeln?

Allgemein wurde der Einsatz von Nato-Flugzeugen erwartet, insbesondere aus Frankreich und Großbritannien, vielleicht aus den USA und Kanada. In Abstimmung mit den UN darf aber jedes der 192 Mitgliedsländer handeln, auch allein. Insbesondere die arabischen Nachbarn Libyens sollen mit einbezogen werden.

Sieht die Resolution ausschließlich militärische Schritte vor?

Nein, das ist der kürzeste, wenn auch stärkste Teil von Resolution 1973. Das Papier verschärft auch die Kontrollen des Waffenembargos und verbietet die Versorgung der ausländischen Söldner in Libyen. Zudem sieht es Reisebeschränkungen für die libysche Nomenklatur vor, deren ausländische Konten zudem eingefroren wurden.

Gibt es stärkere Instrumente? Wie sind die Erfolgsaussichten?

Die Autorisierung zu militärischer Gewalt ist die stärkste Waffe des Sicherheitsrates. Die Erfolgsaussichten sind recht hoch – wie die umgehende angekündigte Waffenruhe aus Tripolis zeigte. In der Vergangenheit haben sich solche Resolutionen, etwa in Korea, dem Irak oder Ex-Jugoslawien, oft als wirkungsvoll erwiesen – meist aber erst, nachdem die angedrohte militärische Gewalt auch eingesetzt wurde.

© sueddeutsche.de – erschienen am 20.03.2011 um 16:32 Uhr

 

>>> Artikel zur Resolution 1973 in Wikipedia

>>> Artikel zum internationalen Militäteinsatz in Libyen aus Wkipedia

 

Die MindMap “ökosoziale Marktwirtschaft” steht im Materialpool zur Verfügung.

 

Wer sich für den Zusammenhang von Menschsein und Klima interssiert, der kann die einzelnen Sendungen des Funkkollegs “Mensch und Klima” beim HR als Podcast nachhören oder als MP3 herunterladen (ingesamt 26 Folgen, jeweils 25 Min.).

Das ist kein “muss”, aber vielleicht interessant?

Die einzelnen Folgen des Funkkollegs gibt es als Podcast […hier].

 

water_makes_moneyDie französischen Konzerne Veolia und Suez zählen zu den Großen im wachsenden Weltmarkt der privaten Wasserversorgung. Sie sind auf allen fünf Kontinenten präsent und kaum eine Woche vergeht ohne Neuerwerbungen. Doch ausgerechnet im Heimatland Frankreich verlieren sie jetzt an Boden. Anfang 2010 mussten beide Konzerne an ihrem Hauptsitz Paris die Wasserversorgung zähneknirschend an die Stadt übergeben und sich auch aus Rouen zurückziehen. Demnächst folgen wohl Bordeaux, Toulouse, Montpellier, Brest und andere Kommunen, die ihre Wasserversorgung wieder in die eigene Hand nehmen wollen. Die Dokumentation erklärt die Gründe für diese Entwicklung.

Private Konzerne versorgen rund 80 Prozent der französischen Bevölkerung mit Trinkwasser. Doch im ganzen Land schwindet das Vertrauen in ihre Seriosität, denn die Wahrheit über das Gebaren der Konzerne drängt an die Oberfläche: Wasserzähler werden dem Kunden faktisch doppelt berechnet, der Austausch von Bleileitungen erfolgt nur teilweise, dringende Reparaturen werden dem Verbraucher als Neuanschaffung in Rechnung gestellt. Inzwischen liegen die Wasserpreise bei privaten Betreibern in Frankreich um 20 bis 60 Prozent höher als bei öffentlichen Versorgern. Skandalös sind auch die üblichen geheimen Deals der Wassermultis mit den Kommunen: Der Konzern kauft sich bei der Gemeinde ein, um Wasser zu liefern oder Abwasser zu entsorgen. Diese 200 oder 300 Millionen Euro oder mehr gelten als Kaufsumme oder auch als Geschenk an die Kommune. Doch die Zahlung der Konzerne entpuppt sich dann als Kredit, der von den Wasserkunden über 20 oder 30 Jahre mit Zins und Zinseszins in dreifacher Höhe zurückgezahlt werden muss.
Beispiele in Frankreich und im deutschen Braunschweig machen ein System sichtbar, das den Wasserkonzernen erlaubt, ihren globalen Expansionskurs zu finanzieren – ein System, das inzwischen viele Franzosen motiviert, die Rückkehr zur kommunalen Wasserversorgung anzustreben.
Noch schockierender ist die Tatsache, dass in Frankreich die Ressource Wasser mittlerweile in einem bedenklichen Zustand ist. Dabei liegt die Lösung nah und ist absolut kostengünstig: die Ausweisung von Wasserschutzgebieten, auf denen nur Biolandwirtschaft erlaubt ist. Nur die Multis verdienen daran nichts. Zusätzlich würde ein sinkender Wasserverbrauch die Rendite der Konzerne schmälern. Aber in Frankreich wächst zusehends das Bewusstsein, die Melkkuh der Konzerne für ihre globalen Expansionspläne zu sein, und es baut sich eine Rekommunalisierungswelle auf. Und auch in anderen europäischen Ländern sowie in Lateinamerika, Afrika und den USA kommt es immer häufiger zur Rückkehr der Wasserversorgung in die Hände der Bürgerinnen und Bürger.

[Quelle: http://www.arte.tv/de/woche/244,broadcastingNum=1212648,day=4,week=12,year=2011.html]

 

auf

arte

Dienstag, 22. März 2011 um 20.15 Uhr

Wiederholungen:
24.03.2011 um 10:05
31.03.2011 um 14:45
Water Makes Money
(Deutschland, 2010, 75mn)

 

Dr. Hermann E. Ott (Leiter des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie) über die Demokratie und die Rolle der gesellschaftlichen Eliten bei der Bekämpfung des Klimawandels. Ott plädiert für einen neuen Gesellschaftsvertrag, wenn man innerhalb der nächsten 15 Jahre die notwendige Trendwende in der (Klima-)Politik schaffen will.