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Info ARD: „Für viele sind sie Symbol von Freiheit und Lebenslust – die Blue Jeans sind mit das beliebteste Kleidungsstück Deutschlands, quer durch die Generationen. Ob als stylishes Luxusprodukt für ein paar hundert Euro oder als billige Freizeitkluft vom Discounter, die Jeans transportiert ein lockeres Lebensgefühl mit einem Hauch vom “American way of life”. Dabei kommen die Baumwollhosen schon längst nicht mehr aus Amerika, die meisten werden inzwischen in China produziert.“

Sehenswerte Reportage, die aber nur noch 5 Tage im Netz sein wird.

 

Die Präsentation zum amerikanischen Staatshaushalt von heute könnt ihr hier herunterladen (…download)

 

Die Deutsche Bank verdient noch immer Geld mit völkerrechtswidrigen Waffen.

Ein Auslöser für das Versprechen, das die Deutsche Bank gegeben, aber bisher nicht gehalten hat, war ein Mann, dem Hände und Beine fehlen. Am 25. Mai 2011 fährt er im Rollstuhl auf die Bühne der Frankfurter Festhalle, in der die Deutsche Bank ihre Hauptversammlung abhält. Er beugt sich zum Mikrofon und sagt: »Mein Name ist Branislav Kapetanović«. Dann erzählt er von der Waffe, die ihn verstümmelte.

>>> Hier gehts weiter zum kompletten Artikel in Zeit-Online.

 

ecochron

Hier zunächst mal der Link zur der Hausarbeit über Adam Smith.

Allerdings bietet die Website “Ecochron – WebSuite zur Geschichte der Wirtschaftstheorie” noch einige Schätzchen mehr, scheint aber insgesamt nicht sehr übersichtlich zu sein. Ich bin auch nicht sicher, ob die Seite überhaupt noch aktualisiert wird. Das ist ja häufig das Schicksal von solchen Projekten.

 

jenkst

Im Videoportal der Uni Erlangen gibt es eine sehr interessante Vorlesungsreihe zum Thema “Banken und die Finanzkrise (1154-2010)”, die die Geschichte des Bankwesens historisch beleuchtet und zu heutigen Aspekten der Finanzkrise in Beziehung setzt.

Unbedingt mal reinschauen! Außerdem gewinnt man einen Eindruck, wie Universität funktioniert.

PS Für Apple(r) und andere iTunes-User gibt es die Vorlesungsreihe auch bei iTunes U.

 

Hier ein Bericht des Onlinedienstes von Heise über Arbeitsbedingungen in chinesischen Fabriken:
“Der chinesische Auftragsfertiger Foxconn sorgt wegen seiner Arbeitsbedingungen erneut für Schlagzeilen. Dutzende Arbeiter in einer Fabrik des IT-Zulieferers sollen im Januar gestreikt und mit Suizid gedroht haben. Bekannt wurden die Vorgänge durch Berichte chinesischer und taiwanischer Medien. Gegenüber der Nachrichtenagentur AP bestätigte Foxconn die Selbstmorddrohungen.

Zu den Gründen für die Proteste kursieren unterschiedliche Darstellungen. Foxconn habe angekündigt, eine Fertigungslinie für Microsofts Xbox zu schließen, sagen einige Arbeiter laut AP. Dann seien Abfindungen versprochen, aber nicht ausgezahlt worden. Ein Foxconn-Sprecher wird hingegen mit der Aussage zitiert, dass die Firma allen Arbeitern die Weiterbeschäftigung angeboten habe, aber keine Abfindungen. Der New York Times zufolge protestierten Arbeiter, die von Shenzhen nach Wuhan versetzt worden waren, gegen schlechte Arbeitsbedingungen und Löhne, die um ein Drittel niedriger ausfielen als zuvor versprochen.

Zum Ablauf gibt es ebenfalls unterschiedliche Berichte. Unstrittig scheint, dass zumindest einige Dutzend von insgesamt über 150 Streikenden auf ein Gebäude auf dem Foxconn-Gelände geklettert waren und damit drohten, sich vom Dach zu stürzen. In den folgenden Verhandlungen kam es dann offenbar zur Einigung.

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Berichte über unmenschliche Arbeitsbedingungen bei Foxconn, aber auch bei anderen Zulieferern. Im ersten Halbjahr 2010 hatten sich im Foxconn-Werk in Shenzhen zehn Arbeiter das Leben genommen. Dort betreibt Foxconn einen gigantischen Fabrik-Campus, auf dem nach unterschiedlichen Angaben zwischen 300.000 und über 450.000 Menschen leben und arbeiten.” (Heise-Online, 12.01.2012)

 

In […] fand sich ein Stücklein, welches das Gewese des Finanzmarkts pfiffig erklärt. Es geht so: Chuck kauft für 100 Dollar einen Esel. Das Tier stirbt vor der Lieferung. Chuck will sein Geld zurück, der Farmer hat es aber angeblich schon ausgegeben. Nun will Chuck den toten Esel, um ihn zu verlosen. Verlosen? Ich sag’ den Leuten einfach nicht, sagt Chuck, dass er tot ist. Einen Monat später trifft der Farmer Chuck wieder. Was aus dem Esel geworden ist? Ich hab’ ihn verlost, 500 Lose zu zwei Dollar verkauft und 898 Dollar Gewinn gemacht. Hat sich keiner beschwert? Nur der Kerl, der den Esel gewonnen hat. Dem habe ich seine zwei Dollar zurückgegeben … Die Erzählung endet mit der Anmerkung: “Heute arbeitet Chuck für Goldman Sachs.”

[in: Prantl: “Wir sind viele. Eine Anklage gegen den Finanzkapitalismus”, München 2011]

 

Auszug aus einem Interview mit Elmar Altvater in “ZEIT-ONLINE” vom 25.11.2011

altvaterZEIT ONLINE: Sie prophezeien sein Ende.

Altvater: Der Kapitalismus, wie wir ihn kennen, geht zu Ende. Das westliche, kapitalistische System ist dynamisch und flexibel, es hat viele Bedürfnisse geschaffen und befriedigt, und es hat viele Menschen reich gemacht, auch wenn der Preis eine steigende Ungleichheit war und ist. Das System aber beruht auf der Ausbeutung fossiler Brennstoffe – und die gehen nun zu Neige. Auch nimmt die Zerstörung der Umwelt ein so großes Maß an, dass es nicht mehr weiter geht. Die Krisen, die dadurch entstehen können, sind viel bedrohlicher als etwa die Finanzkrise, die wir im Moment erleben.

ZEIT ONLINE: Sie finden die Finanzkrise nicht bedrohlich?

Altvater: Doch, sie ist bedrohlich. Sie sorgt für Instabilität und es wäre klug, die Finanzmärkte zu regulieren und die Macht der Finanzindustrie zu begrenzen – etwa indem bestimmte Finanzgeschäfte verboten werden. Der entscheidende Unterschied besteht aber darin, dass die Krisen im Geldsystem behebbar sind. Es werden zwar ungeheure Summen vernichtet, aber sie lassen sich ersetzen. Die Zerstörungen der Natur, die mit unserer heutigen Form des Kapitalismus einhergehen, sind unwiederbringlich.

ZEIT ONLINE: Wie erklären Sie denn Milliarden von Indern und Chinesen, dass der Kapitalismus, der sie gerade reich macht, doch keine gute Erfindung ist?

Altvater: Schwierige Frage. Ich würde ihnen sagen, dass die Ökonomie nicht nur aus Geldkreisläufen besteht. Dass Wachstum auch die Ungleichheit von Einkommen und Vermögen steigert. Dass wir mit unserem Wachstum Natur verbrauchen, die kein zweites Mal zur Verfügung steht. Wir verpesten unsere Flüsse, vergiften unseren Nahrungskreislauf und stoßen Kohlendioxid in die Atmosphäre, das erst nach 120 Jahren wieder verschwindet. Im vergangenen Jahr ist die ausgestoßene Menge an CO2 um sechs Prozent gestiegen. Gestiegen, nicht gesunken, obwohl doch genau dies mit dem Kyoto-Protokoll international vereinbart wurde. Irgendwann wird das System mit Schadstoffen so angefüllt sein, dass wir an einen Kipppunkt gelangen. Vielleicht haben wir den Moment schon erreicht.

ZEIT ONLINE: Die Frage ist doch, ob das eine Krise der Marktwirtschaft ist. Sie könnte erst jetzt richtig nützlich werden. Nehmen Sie die Knappheit von Benzin: Viele Menschen werden es womöglich eher akzeptieren, wenn der Preis auf zehn Euro pro Liter steigt, als wenn die Regierung den Treibstoff reduziert.

Altvater: Ich kenne solche Argumente. Ich sage Ihnen dazu nur eines: Marktbasierte Instrumente helfen an dieser Stelle nicht. Der Emissionshandel hat auch nicht funktioniert. Es gibt zu viele Menschen, die den Marktmechanismus nutzen, um ihren Profit zu steigern, zum Teil mit halb legalen Mitteln. Vergessen Sie den Markt. Er ist nicht die listige Idee, durch deren Anwendung sich – wie es im 17. Jahrhundert optimistisch hieß – private Laster in öffentliche Tugenden wandeln.

ZEIT ONLINE: Also fordern Sie einen stärkeren Staat, der uns vorschreibt, was wir zu tun und zu lassen haben.

Altvater: Es wird nur über Regeln gehen. Wer sich ständig beschwert, dass es zu viel Staat gibt, den sei daran erinnert, dass wir auch im Straßenverkehr unendlich viele Verbote tolerieren. Niemand regt sich darüber auf. Der Staat wird regeln müssen, wie viel wir noch fliegen dürfen oder wie viel CO2 wir ausstoßen. Oder aber welche Finanzspekulation wir noch tolerieren und wo wir “Stopp” sagen müssen. Die Regeln müssen allerdings demokratisch festgelegt werden. Von der Idee, dies über einen autoritären Weg zu tun, halte ich gar nichts.

 

Erpressung Griechenlands muss ein Ende haben

Das globalisierungskritische Netzwerk Attac verurteilt die beim gestrigen Krisentreffen in Cannes verkündete Politik der deutschen und französischen Regierung gegenüber Griechenland. “Es ist pure Erpressung, ein Nein der griechischen Bevölkerung beim Referendum über das Hilfspaket für die Gläubiger Griechenlands mit dem Ausscheiden aus der Eurozone gleichzusetzen”, sagte Alexis Passadakis, Mitglied im Attac-Rat. Dasselbe gelte für das Aussetzen der Zahlungen an Griechenland.

“Die Bundesregierung fordert eine groteske Kürzungspolitik, die die Rezession Griechenlands weiter verschärft”, kritisierte Alexis Passadakis. Damit mache sie nicht nur die Rückzahlung immer größerer Teile der griechischen Schulden unmöglich, sondern spitze auch die sozialen und ökonomischen Ungleichgewichte immer weiter zu. “Merkels Sündenbockpolitik gegenüber Griechenland wird die Machtverhältnisse in Europa zu Ungunsten der ärmeren Länder und Gesellschaftsschichten zementieren, nicht einen Ausweg aus der Krisendynamik schaffen.”

Stephan Lindner vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis forderte die Bundesregierung auf, sich zu ihrer Verantwortung für eine gescheiterte Krisenpolitik zu bekennen. “Die auf Druck der deutschen Bundesregierung von der so genannten Troika aus EU, EZB und IWF in Griechenland durchgesetzten Maßnahmen haben zu einer schärferen Rezession und höheren Arbeitslosigkeit geführt, als dies prognostiziert wurde. Es ist höchste Zeit, dass sich die Bundesregierung zu ihrer Verantwortung für diese gescheiterte Politik bekennt und daraus die nötigen Konsequenzen zieht.”

Nach Ansicht von Attac darf ein griechisches Nein zu den Bedingungen des Rettungspaketes nicht automatisch zu einem Ausschluss Griechenlands aus der Eurozone führen. Stattdessen unterstützt Attac die in Griechenland sehr populäre Forderung nach einem Schuldenaudit. Bei einem Schuldenaudit müssen alle Gläubigeransprüche in einem öffentlichen und transparenten Verfahren daraufhin untersucht werden, ob sie legal, legitim und tragbar sind. Damit werden, anders als bei dem jetzt immer wieder diskutierten Schuldenschnitt, die Schulden differenziert bewertet und zugleich mafiöse und korrupte Strukturen offengelegt. Schulden, die illegal, illegitim oder nicht tragbar sind, müssen gestrichen werden. Außerdem muss auch auf Gläubigerseite darauf geachtet werden, dass die Verteilung der Lasten sozial gerecht ist. Stärkere Schultern müssen mehr tragen als schwache.

Attac Deutschland
Frankfurt am Main, 3. November 2011

Im Internet:
www.attac.de/eurokrise

 

Die sich zuspitzende Systemkrise lässt die Konflikte und Auseinandersetzungen in der Eurozone eskalieren

Alle gegen Alle. Mit der Eskalation der europäischen Schuldenkrise scheinen auch die Konflikte zwischen den Mitgliedsländern und Institutionen der Eurozone, wie auch innerhalb einzelner Eurostaaten, an Intensität und Irrationalität zu gewinnen. Diese eskalierenden politischen Auseinandersetzungen, deren Frontverläufe quer durch politische Gruppierungen wie internationale Allianzen verlaufen, resultieren gerade aus dem Unvermögen der Politik, die derzeitige Systemkrise mittels systemimmanenter Maßnahmen zu überwinden.

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Interessanter Beitrag in telepolis